Klimafittes „Gartenprojekt“ am Hauptplatz in Ebersdorf umgesetzt
Neue Parkanlage gegenüber von Kindergarten und Volksschule soll Begegnung, Lernen im Freien und Schutz vor Hitze verbinden.
Die Gemeinde Ebersdorf hat eine Wiesenfläche im Ortszentrum zu einer öffentlichen Gartenanlage für alle Generationen umgestaltet und mit einer neuen Parkplatzanlage ergänzt. Die Bauarbeiten begannen am 13. April 2026 und konnten nach rund zehn Wochen abgeschlossen werden. Am 24. Juni erfolgte die Übernahme der fertiggestellten Anlage durch die Gemeinde.

Der neue Park bietet Raum für Treffen, Entspannen, Unterricht im Freien und gemeinsames Garteln. Für RadfahrerInnen wird er zur schattigen Raststation am Radwegenetz, für Schulkinder bietet er eine direkte Fußwegverbindung und einen geschützten Weg zur Volksschule. Die neu errichtete Parkplatzanlage ergänzt das Projekt und schafft funktionale Stellplätze im Bereich der Schule. Geplant und vor Ort begleitet wurde das Projekt vom Fürstenfelder Planungsbüro Lebensraum (Brandweiner-Schrott KG), das auch die örtliche Bauaufsicht innehatte.
Zitat Bürgermeister: „Mit diesem Projekt für alle Generationen setzen wir einen wichtigen Impuls für die Zukunft unseres Ortskerns. Wir möchten einen lebendigen Treffpunkt schaffen, der das Miteinander stärkt und unseren Ort noch lebenswerter macht.“
Herzstück der Gartenanlage ist eine halbrunde Sitzarena aus mit Natursteinen gefüllten Gabionen, die Kindergarten und Volksschule als Freiluftklasse nutzen können. Dazu kommen eine runde, mit Kletterpflanzen begrünte Pergola, bunte Sitzmöbel und Holzblöcke zum Sitzen und Spielen. Ein großes, rundes Hochbeet lädt Kinder zum Gärtnern ein. Geschwungene Wege mit wassergebundener Wegedecke, seitliche Einfassungen aus Stahl sowie neu angelegte Rasen- und Pflanzflächen runden die Gestaltung ab. Das gesamte Gelände ist barrierefrei geplant.
Ein Schwerpunkt liegt in der Anpassung an den Klimawandel. Zehn neue, klimafitte Bäume sollen künftig Schatten spenden und die Umgebung kühlen. Hecken, Naschhecken mit Beerensträuchern und bunte Staudenbeete bieten Insekten und Vögeln Lebensraum. Statt Asphalt wurde in der Gartenanlage eine versickerungsfähige, wassergebundene Wegedecke eingebaut, die Regenwasser in den Boden eindringen lässt und sich durch ihre helle Farbe weniger aufheizt. Ein öffentlicher Trinkbrunnen sorgt an heißen Tagen für Erfrischung, was besonders Kindern zugutekommt.
Auch bei der Gestaltung der Verkehrsflächen wurde auf eine geordnete und funktionale Ausführung geachtet. Die Parkplatzflächen wurden mit versickerungsfähigem Pflaster hergestellt, die Fahrgassen und Anschlussbereiche an das bestehende Straßennetz asphaltiert. Besonderes Augenmerk lag auf den Übergängen zwischen den unterschiedlichen Oberflächen und den angrenzenden Grünflächen. Ergänzend wurden Sickermulden angelegt, die Oberflächenwasser aufnehmen und dessen Versickerung unterstützen. Überschüssiges Wasser wird in den bestehenden Regenwasserkanal eingeleitet.
Mit der neuen Park- und Gartenanlage gewinnt Ebersdorf einen vielseitig nutzbaren Freiraum im Ortszentrum. Die Kombination aus Grünflächen, Sitzgelegenheiten, Spiel- und Lernmöglichkeiten sowie einer funktionalen Parkplatzanlage wertet das Umfeld von Kindergarten und Volksschule auf und schafft zusätzliche Möglichkeiten für Begegnung und Aufenthalt.
Zitat Landschaftsplanerin Petra Brandweiner-Schrott: „Rund 500 m², viele Möglichkeiten: Unser Ziel war ein Ort, an dem man sich bewegen, ausrasten und entspannen, im Freien lernen und gemeinsam garteln kann. Im Mittelpunkt der Planung standen eine harmonische Einfügung ins Gelände und eine nachhaltige, klimafitte Umsetzung.“
Das Projekt Gartenprojekt Hauptplatz Ebersdorf wird im Rahmen des LEADER-Programms (Fördermaßnahme 77-05) mit 75.956,40 Euro aus Mitteln des Bundes, des Landes Steiermark und der Europäischen Union gefördert. Damit wird die Umsetzung eines klimawandelangepassten, naturnahen und attraktiven öffentlichen Freiraums unterstützt, der die Aufenthaltsqualität im Ortszentrum verbessert, Begegnungen ermöglicht und durch zusätzliche Grünflächen und eine klimafitte Gestaltung einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leistet.
Im Rahmen der festlichen Eröffnungsfeier wurde auch die neue Platzbezeichnung präsentiert: Das Gartenprojekt am Hauptplatz wird künftig den Namen „Siglinde-Gerngroß-Platz“ tragen. Mit der Namensgebung würdigt die Gemeinde Siglinde Gerngroß und hält die Erinnerung an ihre Person und ihr Wirken für die Gemeinde lebendig.
Die feierliche Eröffnung des Gartenprojektes fand am 23. Oktober im Beisein zahlreicher Ehrengäste statt. Bürgermeister Dietmar Lang begrüßte KO LAbg. Mag. Lukas Schnitzer, MEP Dr. Reinhold Lopatka, Bezirkshauptfrau Mag. Kerstin Raith-Schweighofer, Bgm. a.D. Gerald Maier, Vertreterin der LAG Zeitkultur Oststeirisches Kernland Nadine Lucsanics Bsc, die Mitglieder des Gemeinderates sowie die Vertreter von Planung und Bau. Pfarrer Pater Joseph Mangalan-Kochupyloth Bacc CMI nahm die feierliche Segnung vor.
Die Trachtenkapelle Ebersdorf sorgte für die musikalische Umrahmung der Feier. Auch die Kinder des Kindergartens und der Volksschule gestalteten das Programm mit Musikstücken, Gedichten und einem Tanz und unterstrichen damit die Bedeutung der neuen Anlage als Ort der Begegnung für alle Generationen. Frau Annelise Kurath legte zum Gedenken an ihre Mutter Siglinde Gerngroß einen Kranz nieder.
Frau Gerngroß wurde am 24. August 1908 in Graz geboren. Im Jahr 1929 kam sie als Lehrerin nach Hartberg. 1931 lernte sie durch eine ihrer großen Leidenschaften, das Theaterspielen, ihren Mann Franz Gerngroß aus Ebersdorf kennen. 1932 heirateten die beiden. Siglinde Gerngroß war unter anderem für ihre Gedichte und Geschichten, die auch im Radio gesendet wurden, bekannt. Sie durfte 100 Jahre alt werden und hat auch nach vielen Schicksalsschlägen niemals den Mut verloren. Frau Gerngroß hat sich immer wieder auf die Beine gestellt und für ihre Gemeinde besonderes geleistet.